Wer darf ein Girokonto pfänden?

Bei der Frage: Wer darf Girokonto pfänden? gibt es mehrere Antworten.

Zunächst einmal darf ein Girokonto nach der ZPO von jedem Gläubiger gepfändet werden, der einen vollstreckbaren Schuldtitel hat, also zum Beispiel ein Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid. Damit kann dieser beim zuständigen Amtsgericht einen so genannten Pfändungs- und Überweisungsbeschluss beantragen und diesen dann dem Geldinstitut zustellen lassen. Mit Zugang dieses Beschlusses ist das Konto gepfändet. Aber auch Behörden, wie zum Beispiel das Finanzamt, können ihre Forderungen auf diesem Wege durchsetzen. In der Regel geht hier ein Steuer- oder sonstiger Kostenbescheid voraus, der in der Regel sofort vollziehbar ist. Denn bei der Anforderung von öffentlichen Abgaben und Kosten haben Rechtsmittel in der Regel keine aufschiebende Wirkung. In der Regel gibt es hier vor der Vollstreckung erst einmal eine Mahnung und danach noch einmal eine Ankündigung der Vollstreckung. Auf solche Schreiben sollten Betroffene unbedingt reagieren und versuchen, zum Beispiel eine Stundung oder eine Ratenzahlungsvereinbarung zu erreichen. Gleiches gilt natürlich auch für andere Gläubiger.

Was kann man nach einer Pfändung tun?

Nach einer Kontopfändung kann man beim Geldinstitut die Umwandlung des Kontos in ein Pfändungsschutzkonto beantragen. Damit bekommt man automatisch einen Grundfreibetrag sowie auf Antrag weitere Freibeträge für Familienangehörige, sodasss man wenigstens teilweise über das Konto verfügen kann. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich auch die Eröffnung weiterer Konten, die dem oder den Gläubigern nicht bekannt sind. Bei einer negativen SCHUFA ist das allerdings schwierig. Einige Kreditkartenfirmen bieten aber auch Girokonten ohne SCHUFA an. Bei Forderungen öffentlich-rechtlicher Gläubiger wird das allerdings nicht funktionieren, da diese auf die entsprechenden Datenbanken des Bundesamtes für Finanzen Zugriff haben und so über jedes Konto Bescheid wissen. Hier bleiben unter Umständen nur ausländische Konten als Alternative. In jedem Fall sollte eine Kontopfändung immer Anlass sein, eine Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen. Auch eine Privatinsolvenz kann hier eventuell eine gute Lösung sein.